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Einmal bitte Sonne, Meer, spanische Gelassenheit und Yoga

November 7, 2018

Es hat einige Wochen gedauert, bis ich Euch nun meinen Blogpost zum Sommerurlaub präsentieren kann, aber ja – da habe ich mich mal untypischerweise von der spanischen Gelassenheit „Mañana, Mañana“ inspirieren lassen.  Sicher kennt jeder diese Phasen im Leben, in denen man Entscheidungen treffen muss, Herz gegen Verstand. Wochen der Grübelei lagen hinter mir und ein kräftezehrendes Jahr. Ich konnte es im August also kaum erwarten dem Gedankenkarussell für ein paar Tage zu entfliehen und das Gestern gestern und das Morgen morgen sein zu lassen. Sich einfach mal wieder auf den Moment zu besinnen und Energie zu tanken. Während ich mich vor ein paar Jahren noch fragte, was Menschen an “Yoga“ finden, hatte mich vergangenes Jahr das „Yoga“ ohne zu Fragen gefunden. So wagte ich diesen Sommer eine neue Art „Urlaub“ – „Sightseeing meets YogaRetreat“. Der erste Teil der Reise führe mich mit meiner lieben Freundin Lin nach Valencia. Ich mag Spanien, die Menschen, das Klima, die Mentalität. Valencia kannte ich noch nicht und lag in der Nähe des anschließend stattfindenden Yoga Retreat, so dass sich ein Besuch perfekt verbinden ließ.

Ich hatte keine großen Erwartungen und seit langem auch erstmals keine Pläne – wir ließen die Stadt einfach auf uns wirken. Was mir besonders in Erinnerung geblieben ist, sind zum einen die wunderschönen verwinkelten und historischen Gassen, die moderne Architektur der Museen und die Nähe zum Meer. Eine so vielfältige Stadt, nicht zu laut, nicht zu hektisch und genau richtig zum entschleunigen und genießen. Gerade in der Dämmerung begann Valencia zu pulsieren – eben typisch Spanisch. Dann hörte man aus allen Ecken Musik, Lachen und angeregte spanische Gespräche (natürlich in typisch überschlagenem Spanisch, das mich bzw. meine Schulspanischkenntnisse schnell überforderte). Und manchmal muss man nicht jedes Wort verstehen, da reicht es schon die Emotionen zu lesen. Apropos, ich frage mich im Urlaub immer wieder, wirken die Menschen hier nur wesentlich entspannter, weil ich es vielleicht auch gerade bin? Nehme ich mein Umfeld anders wahr oder ist es wirklich die Mentalität? Wie dem auch sei, für den Moment habe ich mir ein Beispiel genommen und es mit Lin genossen einfach das Treiben zu beobachten. Unvergesslich bleibt auch die kleine Familie, die mit ihrer Freude den ganzen Placa in Valencia ansteckte. Das kleine Mädchen im roten Kleidchen, schätzungsweise drei Jahre jung, forderte ihren starken Papa zum Tanz auf, während ihre Mama mit ihrem Brüderchen, schätzungsweise erst wenige Wochen alt, den gemeinsamen Tanz, begleitet von einer Geigerin, vergnügt beobachte. Man konnte spüren, wie sich der Vater nach ein paar Minuten Unsicherheit dann voll und ganz auf den Tanz mit seiner Tochter einließ und sein Glück und seine Liebe nur so versprühte.  Dieser Moment berührte mich sehr und wird mir immer in Erinnerung bleiben. Besser als jede Tripadvisorbewertung sind auch nach wie vor die Empfehlungen der Einheimischen. So aß ich die beste Paella meines Lebens, auf Empfehlung einer lieben Verkäuferin in einem kleinen Shop. Lin und ich waren so begeistert, dass wir danach nochmals den Laden der Frau aufsuchten, um uns für den tollen Tipp zu bedanken.

Bitte gebe mir „Meer“ – ich habe schon immer den Sand unter den Füßen und die Brise um die Nase geliebt. Für mich gibt es nichts schöneres als einfach nur auf den Horizont zu schauen und die Wellen rauschen zu hören. So war für mich das schönste Geschenk, dass Valencia zu bieten hatte der Strand um die Ecke. Am dritten Tag mieteten Lin und ich Fahrräder und wir erkundeten die Stadt, die Parks und Promenade auf zwei Rädern. Ja, ich denke die Summe der Vielfalt, die Valencia zu bieten hat, macht diese Stadt so wunderschön. Ich kann Euch nur empfehlen Valencia zu besuchen, aber nehmt Euch Zeit und ein Beispiel an der spanischen Mentalität – denn nur so lernt ihr auch die „ruhigen“ Plätze kennen.

Im Anschluss ging es für mich und Lin dann Richtung Denia, circa eine Stunde von Valencia entfernt, zum Yoga Retreat. Es erwarteten uns zwei Fincas umhüllt von Bergen mit Blick in die Ferne Richtung Meer, ein paar Ziegen, ein Pool und Ruhe – achso und nicht ganz unwichtig: fünf weitere Yoga Teilnehmer und die guten Seelen Andrea und Gero, die das Retreat organisierten. Ich blicke heute auf sieben unvergessliche Tage zurück, geprägt von anregenden und inspirierenden Gesprächen, einer wunderschönen Landschaft, Zeit zum „runterfahren“, viel Yoga und Pilates inklusive Muskelkater und nicht zu vergessen – unfassbar leckerem Essen. Danke nochmal an Euch lieber Gero und liebe Andrea für die tolle Organisation mit viel Herzblut, Einfühlungsvermögen und Eurer Gabe uns als Gruppe jeden Tag dort abzuholen, wo wir gerade standen (mal mehr, mal weniger „hier und jetzt“, mal mehr und mal weniger fit). Danke vor allem aber auch an alle Teilnehmer. Ich habe unglaublich viel aus unseren Gesprächen mitgenommen. Nicht nur die Schicksale von Menschen, sondern vor allem, wie sie damit umgehen, berührte mich sehr. Wie jedes Schicksal scheinbar zu mehr Stärke verholfen hat. Wie Menschen für die jüngsten und schutzlosen unserer Gesellschaft einstehen, ihre Bedürfnisse hinten anstellen um denen, die noch ihr ganzes Leben vor sich haben, wieder zum Lachen verhelfen und ihr Bestes geben um ein Teil der Wunden zu flicken, wo sie doch selbst womöglich mit Wunden bedeckt sind. Wie Familien über Generationen hinweg ein so festes Band von Liebe, Vertrauen und Zuversicht verbindet, dass sich daraus sogar ein kleines Unternehmen entwickelt hat. Jeder trägt so ein eigenes kleines und auch großes Päckchen und jeder für sich meistert das Leben phantastisch und das ist doch das, was zählt. Perfekt ist das Leben nie, aber es sind genau diese Gespräche, Erfahrungen und Momente die stärken und erden. Und vor allem wurde mir hier auch wieder einmal bewusst wie dankbar wir sein können und wie wertvoll es ist „den Augenblick“ zu schätzen. Danke dafür!

Ich habe viel mitgenommen (und ich spreche nun nicht vom Gepäck, danke nochmal Gero für die Übernahme des Handgepäckes 😉) und versuche vieles auch im Alltag anzuwenden, es klappt noch nicht immer, aber auch das ist okay – das wichtigste ist es doch, genau dies zu erkennen und zu üben.

Ich freue mich und hoffe kommendes Jahr wieder am Start zu sein. Am liebsten mir dir gemeinsam liebe Lin – ich bin sehr froh, dass wir die tolle Zeit gemeinsam erleben konnten, Danke dir für all die schönen Momente und diese besondere Freundschaft, die uns verbindet. Das ist unbezahlbar.

Mein Urlaub setzte sich dann noch einige Tage fort, aber ich finde ein neues Land fordert einen neuen Blogbeitrag – insbesondere wenn es sich um das wunderschöne Lissabon handelt. Dazu also bald mehr <3